Kniearthrose

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Kniearthrose

Gonarthrose aus ORTHOpress

Was ist eigentlich Gonarthrose?

Eine der häufigsten Verschleißkrankheiten unseres Bewegungsapparates ist die Arthrose des Knies, die Gonarthrose (von lat. genu = Knie). Als Arthrose bezeichnet man einen fortschreitenden Knorpelverlust der Gelenkflächen. Im Gegensatz zu einer Knorpelabsprengung, wie sie etwa bei einem Unfall auftreten kann (und die unbehandelt zur Arthrose werden kann), ist die Arthrose in der Regel ein schleichender Prozess. Es handelt sich dabei um eine Verschleißerscheinung, die im Alter fast jeden Menschen befällt: Bei rund 70 Prozent der über 50-Jährigen und sogar 90 Prozent aller über 70-Jährigen sind mit den modernen bildgebenden Verfahren arthrotische Gelenkveränderungen nachweisbar.

Die Ursachen für die Entstehung einer Arthrose sind dabei vielfältig.

Man unterscheidet anlagebedingte (primäre) und erworbene (sekundäre) Arthrosen. Bei den weitaus häufigeren anlagebedingten Arthrosen wird der Knorpel im Alltag stärker beansprucht, als es seine Stabilität zulässt. Die erworbene Arthrose kann die Folge eines Unfalls (z. B. Achsfehlstellungen im Sinne eines O- oder X-Beins, direkte Knorpelverletzung), einer Entzündung oder auch einer inneren Erkrankung (z. B. Rheumatoide Arthritis) sein.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

  • Die so genannten konservativen Behandlungsmethoden haben zum Ziel, die Lebensqualität der Betroffenen zunächst ohne eine Operation wiederherzustellen. Es gilt daher bereits als Erfolg, wenn der Krankheitsverlauf verlangsamt werden und dem Patienten der Schmerz genommen oder aber wenigstens erträglich gemacht werden kann. Zur Anwendung gelangen bei einer konservativen Therapie Schmerzmittel (darunter die nichtsteroidalen Antirheumatika wie Diclofenac oder Ibuprofen), später auch z. B. Injektionen mit Hyaluronsäure (künstlicher Gelenkschmiere) oder Zytokinhemmern (Orthokin).
  • Die invasiven (operativen) Behandlungsmethoden zielen entweder ebenfalls darauf ab, den bestehenden Zustand für den Patienten erträglicher zu machen (dies ist etwa bei einer Kniespülung und/oder einer arthroskopischen Knorpelglättung der Fall) oder aber die Situation im Kniegelenk grundlegend zu verändern. Letzteres Ziel wird in der Regel mit dem Einsatz eines Gelenkoberflächenersatzes (Endoprothese) erreicht. Es gibt aber heute zunehmend Bestrebungen, auch ohne Prothese eine belastbare Gelenkoberfläche wiederherzustellen. Dies kann entweder durch eine Abrasionsarthroplastik, den Einsatz von Karbon-

Wie macht sich eine Kniearthrose bemerkbar?

Im Anfangsstadium gibt es häufig nur geringe Anzeichen für eine beginnende Arthrose im Kniegelenk. Typisch ist ein leichter Belastungsschmerz (z. B. beim Treppensteigen), der sich aber zunächst unter Ruhe wieder zurückbildet. Später nehmen die Beschwerden dann immer mehr zu, wobei häufig ein schubweises Auftreten des schmerzhaften Zustandes zu beobachten ist. Viele Betroffene leiden auch – besonders nach Ruhephasen – unter einer zunehmenden Gelenksteifigkeit, welche sich erst nach einigen Minuten der Bewegung wieder bessert. Bei der fortgeschrittenen Kniearthrose kommt es zu Entzündungen des Kniegelenks mit Erwärmung und deutlichem Anschwellen. Diese Symptome bilden sich auch bei Ruhigstellung nur noch langsam zurück und erfordern immer längere Bewegungspausen. Am Ende stehen stärkste Schmerzen, welche auch in der Nacht nicht nachlassen. Spätestens dann können Mobilität und Schmerzfreiheit ohne einen operativen Eingriff nur noch selten wiederhergestellt werden.
Vorbeugung ist möglich

Damit es erst gar nicht zu einer Kniearthrose kommt, sollte man die Risikofaktoren kennen und nach Möglichkeit vorbeugen. So sollten besonders Menschen mit angeborenen Fehlstellungen (X- oder O-Beine) darauf achten, dass sie möglichst kein Übergewicht entwickeln: Neben der Überlastung durch bestimmte Sportarten gehört ein zu hohes Körpergewicht zu den wichtigsten „bekämpfbaren“ Ursachen einer Kniearthrose. Bewegung dagegen schadet nie: weder zur Vorbeugung noch bei bereits bestehenden arthrotischen Veränderungen. Wichtig ist aber, darauf zu achten, dass eine möglichst belastungsarme Bewegung erfolgt – besonders für angegriffene Gelenke ist Radfahren oder Schwimmen besser als Laufen oder Ballsportarten, welche durch Stoß- und Torsionsbewegungen beim Abfangen ein ungleich höheres Verschleiß- und Verletzungsrisiko bergen.
Gonarthrose aus ORTHOpress von Arne Wondracek

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